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Wie MO mich mit MO versorgt

Japan-Tagebuch Kapitel 05 - 14.12.1999

 

Meine Redaktion und mein Verlag haben mir immer viel bedeutet, die Leute, die Kollegen, die Gesch√§ftsfreunde. Nachdem ich den Laden 1997 verkauft hatte, kamen von den neuen Chefs gegen√ľber mir ein paar ganz komische Sachen hoch, die ich aber abfedern konnte, weil mir in der neuen, eher "nicht so guten Zeit" die guten Erinnerungen und die Hoffnung auf eine pers√∂nliche gute Zukunft wichtiger war als mich zu √§rgern.

 

Auch jetzt, also mehr als zwei Jahre nach dem Verkauf, ist mir MO immer noch wichtig, stehe ich allem, was die Jungs und M√§dels bei MO tun und lassen, offen gegen√ľber: Den Leuten, den Ex-Kollegen, den Ex- Ich hoffe sehr, dass es den Redakteuren und Gesellschaftern gelingt, sich, ihre redaktionelle Arbeit und das Verlagsgesch√§ft zu festigen. Klar, in MO stecken ja auch 20 Jahre meines Lebens drin mit allem Blut, Schweiss und Tr√§nen.

 

Wie ich die ersten Tage hier war, habe ich meine japanische Gesch√§ftsadresse zum Verlag geschickt und um ein Freiabo MO gebeten, damit nicht nur "Motorrad" hier ins Haus kommt, √ľbrigens kostenlos und in zweifacher Ausfertigung. Mit dem heutigen Datum 14. Dezember 1999 haben es die in der Bopserstrasse immer noch nicht geschafft, mir die MO-Ausgaben aktuell zu schicken, geschweige denn den neuen Schermer's MOTORRAD KATALOG 2000, der schon seit einiger Zeit auf dem deutschen Markt ist.

 

Klar h√§ngt das Leben nicht davon ab, ob man eine Zeitschrift mehr oder weniger liest. Aber es gibt so etwas wie historischen Anstand, denke ich mir zumindest, und dazu geh√∂rt auch die aktuelle Zusendung von MO-Ausgaben an den, der das Blatt fast 20 Jahre lang verantwortete. Nachdem hier in Japan seit Anfang Dezember schon die Januar-Ausgaben 2000 der Motorradzeitungen auf dem Markt sind und alle Motorrad-Kataloge ebenso, hab' ich am 7. Dezember eine Mail an meine (von mir seit 8 Jahren getrennt lebende) Gattin geschickt, die √ľbrigens im Verlag das Anzeigengesch√§ft besorgt und mit der ich ab und zu mal telefoniere, so ganz freundlich und damit ohne (offene) Aggressionen:

 

 

"Liebe Bine!
Ich bedanke ich mich ganz herzlich f√ľr die Zusendung der 150 Exemplare Schermer's MOTORRAD KATALOG 2000. Es w√§re wirklich nicht n√∂tig gewesen, mir so viele zu schicken, hab' Dank, tausend Dank. Und die Anzeigen! √úber und √ľbervoll ist das Heft, ja wirklich, es ist alles so sch√∂n bunt innen drin. Ich bin so stolz auf Euch, dass Ihr mich mit allem versorgt, was ich so gerne habe: Die aktuellen MO sind da und machen mir viel Freude, die Kataloge, also nein, das h√§tte ich wirklich nicht erwartet!"

 

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