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City Survivor

Japan-Tagebuch Kapitel 35

 

Der Tokyo-Biker fährt erst einmal zwischen den Autos durch nach ganz vorne an den Zebrastreifen, stellt sich neben die dort wartenden, anderen Motorrad- und Rollerfahrer und bei Grün knallt die ganze Meute los zur nächsten Ampel, die natürlich rot zeigt, wenn man mit 150, 160 Klamotten ankommt. Wenn man frisch im Kopf ist, macht das sogar Spaß. Aber wehe, man hat einen harten Tag hinter sich und die Konzentration ist im Eimer (oder gerade in der Hose, weil man unter Entzug ist, die Freundin ist ja so weit weg…), dann heißt es AUFPASSEN!

 

Denn falls ein Unfall passieren würde, hätten immer alle Unfallbeteiligten Schuld, es gibt in Japan keine "unschuldigen Unfallopfer". Und deswegen ist es so, dass wenn irgendwo ein Unfall passiert, und sei er noch so klein, eine eingedellte Stosstange zum Beispiel, dann rückt die Polizei mit einem Equipement an, das bei uns für die Absicherung eine Autobahn-Großbaustelle am Eichelberg (seht Ihr, das Hirn ist in der Hose, denn es heißt AICHELBERG und nicht Eichel…) ausreichen würde.

 

Dann wird großräumig abgesperrt, fotografiert und vermessen, werden Unfallskizzen angefertigt – denn wehe, wenn die Polizei einen Unfall nicht ordentlich aufnimmt und der Rechtsanwalt vor Gericht das nachweisen kann, dann verliert die ganze Polizeidienststelle ihr Gesicht und alle Bullen müssen Harakiri begehen – nein, nicht wirklich, aber man sagt, das die ordentliche, also langwierige, weil aufwendige Aufnahme eines jeden Verkehrsunfalls hätte etwas mit dem Beförderungssystem zu tun, was ich gerne glaube.

 

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