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Motorradrennen und Ducati

Japan-Tagebuch Kapitel 38 - Mitte Oktober 1999

 

K├╝rzlich hatten wir ein sehr nettes Gespr├Ąch mit zwei italienischen Managern von DUCATI JAPAN, der eine lebt schon 15 Jahre in Japan, zuerst bei Fiat, dann bei ALFA ROMEO und jetzt eben bei Ducati. Ich fragte sie, ob in Japan Ducatis die Superbike-Szene aufmischen und freute mich schon auf eine typisch italienische Schilderung von unz├Ąhligen Ducati-Rennsiegen und versammeltem Harakiri aller japanischen Rennfahrer, die hinter einer Duc eingelaufen sind, samt ihrer Boxenmannschaft.

 

Doch statt dessen kam die ern├╝chternde Wahrheit: Keine Zuschauer, die japanische Rennerei findet vor leeren R├Ąngen statt. Aber nicht nur deswegen sind Ducatis zu teuer f├╝r den japanischen Rennsport, sondern es gibt noch etwas anderes zu beachten bei der Antwort auf die Frage, warum die japanische Meisterschaft von Japanern auf japanischen Maschinen beherrscht wird: Jeder japanische Rennfahrer, jeder japanische Rennmechaniker kennt mindestens einen Landsmann, der in einem der vier Werke in der Rennabteilung arbeitet. Deswegen haben hier die Spitzenfahrer alle guten Teile, die man sich nur w├╝nschen kann, zu extrem g├╝nstigen Preisen, denn die Teile werden in der Hosentasche ins Freie geschmuggelt. Wahrscheinlich sind deswegen die japanischen Kitteile f├╝r die Superbikes und die 600 Supersportler, die ├╝ber den normalen Importweg nach Europa (Deutschland) kommen, so s├╝ndteuer, weil viel mehr Teile hergestellt werden m├╝ssen als wirklich verkauft werden.

 



Durstl├Âscher




Sehr, sehr entspannt...


Hier in Japan kriecht die Rennerei seit Jahren in allen Klassen teilnehmerm├Ą├čig am Boden, von wegen "150 Teilnehmer pro Klasse und jeder k├Ąmpft schon im Training mit dem Messer zwischen den Z├Ąhnen", wie das die Eurosport-Kommentatoren so gern immer wieder erz├Ąhlen, wenn sie ├╝ber einen neuen, unbekannten Japaner an der Spitze eines GP berichten, das stimmt alles ├╝berhaupt nicht. Ich konnte mich selbst davon ├╝berzeugen, denn ich war bei einem japanischen Rennwochenende, wo mein BMW-Kollege MUTO-san an einem BoT-Rennen mit einer Zweiventil-BMW teilnahm und der Boxer-Cup mit serienm├Ą├čigen R 1100 S stattfand; das ist eine Rennserie, die schon vor Jahren, als die Vierventil-Boxer herauskamen, von sportverr├╝ckten BMW-Dealern initiiert wurde. Wenn man in die japanischen Motorradzeitungen schaut und Bilder von den Rennen anguckt, sieht man vor allem eines: Leere Trib├╝nen! Aber Spa├č macht's doch, gell?!

 

Am letzten Wochenende hatte es 20 Grad und strahlend blauer Himmel. Ich war Samstag und Sonntag auf der TSUKUBA-Rennstrecke: BMW Boxer Trophy, Zwei- und Vierventil-Singles, luft- und wassergek├╝hlte BoT, etc. In der schnellsten Klasse fuhren Hayabusa, Ducati 996, Yamaha R1 und R6 und sogar ├Ąltere Kawasaki GPZ 900 R und Honda CB 900 Bol d'Or zusammen.

 

Gewonnen hat eine 996er, die knapp 200 PS starke Hayabusa ist gest├╝rzt, sie brachte ihre PSse nicht auf die Strasse (falsche Reifen?) und die alte GPZ 900 R wurde Dritte!

 

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